Mitten drin statt nur dabei

Hervorgehoben

Es ist, als hätte der liebe Gott die Zeit angehalten. Gerade finde ich zu Hause die nötige Muße für eine sorgfältige Aufbereitung meiner Reise um die Welt. Bei all dem Leid der aktuellen globalen Situation wird mir die Gelegenheit geschenkt, Fotos auszuwählen und zu bearbeiten, Videos zu schneiden, Vorträge zu halten und Geschichten zu erzählen. Der Vortrag „Großartiges Australien“ ist im Kasten und wurde bereits mit Erfolg einem ausgewählten Publikum über die Online-Plattform ZOOM präsentiert.

Dabei ist die Reise noch gar nicht zu Ende. Toni, mein Motorrad, steht ja noch in Buenos Aires. Ich bin wegen Corona zwar schon in Deutschland, hoffe aber irgendwann in den nächsten Monaten auf ein Wiedersehen. Dann werden Toni und ich über Spanien, Portugal und Frankreich gemeinsam nach Hause fahren. Der aktuelle Status des Fellows Ride entspricht ganz meiner Philosophie: „Niemals ankommen, das ist mein Ziel!“

Das heißt auch, dass jeder, der in nächster Zeit an einem meiner ZOOM-Vorträge teilnehmen wird, meine Bilder-Geschichten nicht NACH der Reise – wie das üblich ist – sondern VON der Reise erleben kann. „Mitten drin statt nur dabei“ – gewissermaßen.

Schreib`mir, wenn du an einem Vortrag interessiert bis. Neben Australien Teil I und II wird es bald den Vortrag „Mit dem Motorrad einmal um die Welt – Gänsehaut, Schutzengel und Abenteuer“ geben. Solange wir keine Leinwand aufbauen und Stühle aufstellen dürfen, ist ZOOM eine Alternative. Schreibe mir in dem Kommentarfeld, oder über Facebook https://www.facebook.com/Fellowsride/ oder Instagram fellows_ride. No worries Mate!

Slowenien und ein Indianer. Zwei Geheimtipps

Vorab muss ich gestehen, dass ich weder ganz Slowenien abgefahren habe noch, dass mir das Motorrad gehört, auf dem ich dort rumgekurvt bin. Toni, meine BMW 800 GS, steht Corona-bedingt noch in Buenos Aires. Christian Ebert, vom gleichnamigen Motorradhaus, hat mir eine Indian FTR 1.200 zum Ausprobieren gegeben. Mein Fernweh zog mich für einen Kurztrip nach Slowenien. Ein Land, das ich nur vom Durchfahren in den Süden kenne. Hier mein kurzer Bericht über eine überraschend schöne Tour:

Von Villach über den Wurzenpass in die Julischen Alpen. Weiterlesen

Gedanken aus dem Alltag eines Motorradreisenden

Immer Geradeaus

Morgens nach dem Aufstehen weißt du, dass heute wieder mehr als 500 Kilometer vor dir liegen. Geradeaus. Du packst und suchst nach Themen, auf denen du heute herumdenken kannst. Fragen, um die deine Gedanken kreisen und du wieder zu keinem Ende kommen wirst. Wenn du Glück hast, bist du noch zu müde und fährst schon mal voraus. Deine Gedanken kommen nach und holen dich früh genug ein. In Australien sind die Strecken unendlich lang und langweilig. Stunden- und tagelang immer gerade aus. Links, rechts, vor und hinter dir eine Menge Nichts. Über dir brennt die Sonne auf deinen Helm. Darunter kurven die Gedanken entgegen die Fahrtrichtung. Wenn vorne im Visier das Kino nur Wiederholungen zeigt, gerät das Gemüt schon mal in Schräglage. Wie die Geier kreisen die Gedanken um ein Thema, eine bestimmte Frage. Auch auf diesem Programm nur Wiederholungen. Du riechst wie Gedanken verwesen. Dabei war`s nur das tote Känguru am Straßenrand. Du suchst nach frischen Gedanken, musst diesen Teufelskreis durchbrechen. Worüber denke ich die nächsten 100 Kilometer nach?

Wie wäre es mit VOR- statt NACHdenken? Wie gut, dass unsere Gedanken die Richtung ändern können! Manchmal bist du gut gelaunt kreativ. Du schwebst über den Asphalt, möchtest, dass die Fahrt nicht aufhört. Du findest die richtigen Worte, möchtest geniale Gedanken in deinen Tank ritzen, damit du sie nicht vergisst.

Beim nächsten Roadhouse fährst du raus. Trinkst was und schreibst was auf. Füllst den Tank und kippst den Restmüll aus dem Helm in die Tonne. Neugierig fährst du weiter, immer gerade aus. Und du weißt, die nächste Kurve kommt bestimmt.

Die kurze Geschichte einer unendlichen Reise

Buenos Aires/Argentinien am 29. März 2020

Als ich im Juni 2018 zu der Reise aufbrach, wusste niemand wo und wann sie enden würde. Selbst ich nicht. „Seidenstraße, Iran, Persepolis“, so meine vage Antwort auf die Frage wo’s denn hin geht. „Wann ich zurückkomme?“ – „Ich kann euch genau sagen wann ich losfahre, aber ich kann euch nicht sagen, wann ich zurückkommen.“
Jetzt sitze ich nach zwei Jahren und einmal „rund um die Welt“ in Buenos Aires fest. Covid 19 hat meine BMW 800 GS und mich nach mehr als 100.000 gefahrenen Kilometern ausgebremst. Es war von Anfang an eine Reise mit Open End, bis zuletzt. Ich warte auf einen Platz im Flieger des Auswärtigen Amtes, der die gestrandeten Deutschen nach Hause fliegen soll. Wieder weiß niemand, auch ich nicht, wann ich zurückkomme. Was ich weiß ist, dass eine faszinierende Reise hinter mir liegt, reich an Erlebnissen, Begegnungen und Bildern. Diese Erinnerungen nimmt mir keiner mehr – auch nicht Covid 19.

Als ich für vier Tage im Kloster Zarzma in Georgien lebte, fragten mich die Mönche „What are you looking for?“ Darauf hatte ich damals keine Antwort.

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Danke an das Touratech-Suspension Team

Nach fast 90.000 km auf mehr oder weniger schlechten Straßen und weite Strecken offroad, Sand und Dreck ist es an der Zeit – und mir ein Bedürfnis – dem Touratech Suspension Team ein herzliches Dankeschön für das Fahrwerk und die Unterstützung zu sagen. Great Job. Wir sehen uns zum Touratech Travel Event 2020 vom 12. -14. Juni 2020 in Niedereschach. Freu` mich drauf.

 

 

Mit offenem Visier gegen Depression

Heute ist „World-Mental Health Day“. Dieser Tag ist von der WHO ausgerufen worden mit dem Ziel auf mentale Gesundheitsprobleme in der Welt aufmerksam zu machen sowie u.a. für Depressionshilfe und Suizidprävention zu werben. Dazu passt die von mir initiierte Doppelseite in der Main-Post, die vorgestern erschienen ist: „Mit offenem Visier gegen Depression“ – hier geht es zu den Sonderseiten: Dieter Schneider Fellows Ride

An alle Arbeitgeber und Führungskräfte
Lt. dem Vorsitzenden der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Prof. Hegerl, sind Depression und Suizidprävention auch ein Thema für Arbeitgeber. Psychische Erkrankungen und Depression verursachen die längsten Fehlzeiten. Psychisch erkrankte Arbeitnehmer sind mit rund 35 Tagen deutlich länger krankgeschrieben als körperlich Erkrankte. Über 40% der gesundheitsbedingten Frühverrentungen erfolgen wegen einer psychischen Erkrankung. Dabei betont Hegerl: „Die Arbeitgeber können viel dazu beitragen, dass depressiv erkrankte Mitarbeiter rascher in eine professionelle Behandlung kommen und neben großem Leid auch Kosten durch Präsentismus und Absentismus vermieden werden. Dafür ist es nötig, dass in den Unternehmen Basiswissen und auch Handlungskompetenz zu Depression und Suizidprävention vorhanden ist.“

Vielen lieben Dank an Alle, die uns geholfen haben, die beiden Seiten in der Zeitung mit relevantem und interessantem Inhalt zu füllen. #StiftungDeutscheDepressionshilfe #simonlicht #brose #deutschebahn #bvuk #thomaslurz #datev #bmwmotorrad

Ich möchte über den Mental Health Tag hinaus mit meinem Fellows Ride um die Welt einen Beitrag zur Depressionshilfe leisten. Heute aus Casta Rica, morgen aus Panama und übermorgen aus Südamerika. Liebe Grüße in die Heimat. Auf bald, Euer Dieter

 

 

How dare we!

(English below)

Dieses Foto hat Woulter van der List, mit dem ich eine Zeitlang unterwegs war, irgendwo im Himalaya gemacht. Mir fällt auf, dass ich selbst fast ausschließlich das Bunte und Schöne aus den Ländern meiner Reise fotografiert und veröffentlicht habe. Nicht die vermüllten, toten Bäche und Seen in Indien. Ja, Bilder von den letzten Oran Utans hab` ich gemacht, aber nicht ein einziges Foto vom abgeholzten Jungel in Sumatra, wo Bagger den Urwald planieren damit Palmen Platz haben, die Öl für unsere Kosmetik-Industrie produzieren. Ich habe die Petronas-Twin-Towers in Kuala Lumpur bei Nacht fotografiert, bin aber nicht zum Hafen gefahren, wo die Container voller Müll aus Europa angeliefert werden. Kein Bild bezeugt die hustenden, bleichen Kinder, die vom Dreck der Kupfermine in Armenien krank aufwachsen. Nicht ein Bild vom Smog über Los Angeles und auch keine Fotos von dem Plastikmüll am Strand von Bali, der jeden Morgen zusammengekehrt und im Sand vergraben wird. Wie unsere Hochglanz-Urlaubsindustrie habe ich die Realität verschleiert, weil wir schöne Bilder sehen wollen, von einem schönen Urlaub an einem schönen Ort. Und jetzt spricht ein unscheinbares sechszehnjähriges Mädchen mit einem großen Kämpfer-Herz Tacheles. Weiterlesen